Gerberei Irlbeck

Die Gerberei Irlbeck | Tradition seit 1785

Anton Irlbeck (geb. 1755)

Der Gerber Anton Irlbeck (geb. 1755) kam aus der Oberpfalz nach Wasserburg und heiratete hier die Tochter des Ledermeisters Deggendorfer. 1785 konnte er sich als Gerbermeister in der Innenstadt von Wasserburg selbständig niederlassen. Dies gilt als Gründungsjahr der Gerberei Irlbeck.

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Anton (II) Irlbeck (geb. 1808) 

Sein Sohn Anton (II), 1808 geboren, erlernte beim Vater das Gerberhandwerk. Anschließend ging er für 3 ½ Jahre (1825 – 1829) auf Wanderschaft. Diese führte ihn über Passau und Salzburg bis nach Venedig und über Pressburg und Brünn zurück. Seine Erlebnisse auf dieser Wanderschaft schrieb er nieder. Sein Enkel Jacob Irlbeck (1920 – 2009) hat diese für das Jahrbuch „Heimat am Inn“, Nr. 16/17 aufbereitet. Dort wird auch beschrieben, dass es im Jahr 1813 in Wasserburg fünf Gerbereien gab, dazu gehörte das Haus des Lederers Irlbeck an der Ecke zur Schustergasse. Hier findet man immer noch ein Nasenschild das auf das Gerberhandwerk hinweist.

1834 eröffnet Anton Irlbeck (II) in Wasserburg eine Gerberei. In einem seiner Geschäftsbücher führt er, neben vielen volkskundlich hochinteressanten Informationen, auch den Kauf von Werkzeugen wie Ledermesser, Waage und den Einkauf von rohen Häuten, Fellen, fertigen Sohlleder, schwedischen Lebertran, Blauholz zur Schwarzfärbung, Kalk für die Enthaarung, Taubenmist für die Beize usw. auf („Heimat am Inn“, Nr. 16/17).

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Jacob Irlbeck (geb. 1853) 

Er war für den Krieg 1870 – 71 zu jung und für 1914 – 1918 zu alt. So konnte er ununterbrochen seine Tätigkeit als Gerber und Lederhändler ausüben.

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Jacob (II) Irlbeck (geb. 1885) 

wurde als erster Irlbeck nicht Gerbermeister sondern lernte den Beruf des Kaufmanns. Er stellte Meister und Gesellen ein. Nach der Inflation und der Wirtschaftskrise setzte eine große Nachfrage nach Sohlenleder ein. Der Lederfabrikant Irlbeck hat sich in diesem Bereich spezialisiert.

Nach seinem Tot 1955 übernahmen seine Söhne Jacob III, Anton III und Alex die Gerberei.

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Alex Irlbeck (geb. 1932)

Er erlernte den Beruf des Gerbers im Familienbetrieb beim Gerbermeister Josef Höfler und legte die Meisterprüfung ab. Da das Sohlenleder zunehmend von Gummisohlen verdrängt wurde, stellte er 1965 den Betrieb auf die Weißgerberei, also gerben mit Haaren und Borsten, um.

1982 wurde der Innenhof umgestaltet und ein neues Betriebsgebäude erbaut.

Er war bis zu seinem Lebensende Gerber mit Leib und Seele. Seine große Freude war das auch sein Sohn den Beruf erlernte und den Betrieb übernommen hat.

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Mario Irlbeck (geb. 1965)

erlernte 1982 bei seinem Vater den Beruf und besuchte die Gerberschule in Reutlingen wo er das Handwerk des Pelzveredlers erlernte. 30 Jahre lang haben Vater und Sohn die Gerberei gemeinsam betrieben bis die Gerberei 2012 an Mario Irlbeck übergeben wurde. Unterstützt von der ganzen Familie führt Mario Irlbeck bis heute den Handwerksbetrieb alleine.

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Siegel der Lederer

 

Das Siegel der Lederer Zunft befindet sich noch immer in Besitz der Familie Irlbeck.

Bis nach 1945 arbeitete der Betrieb als Lohgerberei

gegerbt wurde in Gruben, die sich auf dem Hof befanden. Nach dem zweiten Weltkrieg hat Alex Irlbeck den Betrieb auf eine Weißgerberei umgestellt, von Leder auf Fell auf der Basis einer Lohngerberei.

Die Gerbung beruht im wesentlichen auf Aluminiumsulfat (besser bekannt als Alaun) und einem synthetischen pflanzlichen Gerbstoff. Chrom oder Formalin werden nicht verwendet, auch um keine Probleme mit dem Abwasser zu bekommen.

Auf Kundenwunsch können Felle auf eine gleichmäßige Haarlänge geschoren werden, dadurch wird das Fell dichter. Felle mit sehr langer Wolle werden durch das Scheren pflegeleichter.

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